Niemand will leiden. Doch wenn Schmerz und Traurigkeit zwischenzeitlich lustvoll im Liebesakt zur Erlösung führen, dieser Schmerz aber immer wiederkehrt und der Wunsch nach Erlösung dauerhaft wird? Ist das die Sehnsucht nach dem Tod? Der Tod als Befreiung oder als Verschmelzung mit dem Höheren?

Nach STILL (Duo) und DOWN TO PARADISE (Trio) wird mit FEST (Quartett), dem letzten Teil der NOSTALGIA-Trilogie, ein Abschlussball inszeniert. Alle drei Stücke handeln in unterschiedlichen Ausprägungen von der Suche des Individuums nach Aufmerksamkeit, Liebe und Sinn in der heutigen Gesellschaft, und dem Umgang mit der Vergänglichkeit.

Das Ende einer Liebe, einer Reise, eines langen Ausflugs. Wir (zwei Tänzerinnen und zwei Tänzer) nehmen voneinander Abschied, ohne zu wissen, was als nächstes auf uns zukommt. Das Gefühl, alles geht von uns weg in eine ungewisse Leere, erinnert an den Tod oder wie der Tod sein könnte. Wenn uns die Kraft fehlt Neues zu beginnen, nimmt der Wunsch nach Auflösung überhand. Lassen wir diese Auflösung zu oder hindern wir uns gegenseitig daran? Gemeinsam tanzen wir das scheinbare Ende unseres Lebens. Wir tun es nicht in stiller Trauer, sondern zelebrieren es in einem letzten FEST.

Fest - Irina Lorez & Co / Foto Caroline Minjolle Fest - Irina Lorez & Co / Foto Caroline Minjolle Fest - Irina Lorez & Co / Foto Caroline Minjolle Fest - Irina Lorez & Co / Foto Caroline Minjolle
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Der Tod beschäftigt mich. Mich zieht es immer wieder auf Friedhöfe. Es ist dort still und erholsam. Und ich möchte wissen, wer vor mir gelebt hat und stelle mir manchmal vor, wie jemand gestorben ist. Als Kind besuchte ich oft den Aufbahrungsraum unserer Dorfkirche. Ich wollte sehen, ob die Verblichenen glücklich oder leidend gestorben sind und ob sich ihre starren Gesichter transformieren. Fremde Namen und Daten, erahnte Schicksale oder Unfälle berühren mich. Ich möchte mich an das Vergangene erinnern und nicht nur in die Zukunft blicken. Ist das alles traurig? Oder kann es schön, friedlich, lustig und absurd sein, zurückzublicken? Die Mexikaner behandeln den Tod mit einer merkwürdigen Alchemie aus Humor, Sarkasmus, Frechheit, Schonungslosigkeit aber auch Zärtlichkeit und Erotik. Der west-europäische Tod scheint demgegenüber pragmatisch und rational, aber wie unnahbar darin und damit wenig tröstlich.

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Idee und künstlerische Leitung: Irina Lorez | Umsetzung Tanz und Choreografie: Irina Lorez, Tonatiuh Diaz, Elena Morena und Joshua Monten | Musik: Domenico Ferrari | Regie & Licht: Daniel Schnüriger | Kostüme: Werner Duss | Oeil extérieur: Max Aschenbrenner | Fotografie: Caroline Minjolle | Video: voltafilm.ch, Romana Lanfranconi & Luzius Wespe | Produktionsleitung: Irina Lorez & Eric Amstutz

Herzlichen Dank an Cecilia de Madrazo Abad (Tanz Luzerner Theater), Choreografische Begleitung | Anne-Christine Gnekow (Dramaturgin)

Eine Koproduktion mit Südpol Luzern

Die Trilogie wurde gefördert von: FUKA Fonds Stadt Luzern, Kanton Luzern, Werkbeitrag Kanton & Stadt Luzern 2011, Pro Helvetia, Südpol Luzern, Ernst Göhner Stiftung, Landis & Gyr, SIS, RKK, Flersheim Stiftung, GGL, Gemeinde Emmen, Migros Kulturprozent, Ville de Neuchâtel, Espace Danse Neuchâtel, Istituto Svizzero di Roma, Bettstatt Luzern, Modul Eventmarketing

Aufführungen
21. November 2012 | Südpol Luzern (Premiere)
22. November 2012 | Südpol Luzern
23. November 2012 | Südpol Luzern
24. November 2012 | Südpol Luzern
22. März 2013 | Chollerhalle Zug

Presseberichte
22.11.12 | „Irina Lorez tanzt das Fest der Verzweiflung“ drs1.ch, Beat Vogt
23.11.12 | „Ein getanztes Fest mit Suchtpotenzial“ kultUrteil.ch, Tiziana Bonetti

Dossier Deutsch als PDF
Foto FEST von Caroline Minjolle
Geschnittene Film-Fassung auf vimeo.com

7 Comments

Premiere FEST im Südpol | Irina Lorez & Co

[…] Das Ende einer Liebe, einer Reise, eines langen Ausflugs – wir (zwei Tänzerinnen und zwei Tänzer, begleitet vom Requiem-DJ) nehmen voneinander Abschied, ohne zu wissen, was als nächstes auf uns zukommt. Das Gefühl, alles geht von uns weg in eine ungewisse Leere, erinnert an den Tod oder wie der Tod sein könnte. Wenn uns die Kraft fehlt Neues zu beginnen, nimmt der Wunsch nach Auflösung überhand. Lassen wir diese Auflösung zu oder hindern wir uns gegenseitig daran? Gemeinsam tanzen wir das scheinbare Ende unseres Lebens. Wir tun es nicht in stiller Trauer, sondern zelebrieren es in einem letzten FEST. […]

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